Vertriding at it's best - Fotoshooting mit Henri Lesewitz vom "bike" Magazin

Text und Fotos: Christoph Malin, Artikelauszüge Bike 1/10 siehe Bike-Magazin

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Bike Reporter Legende Lesewitz in Innsbruck

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Henri Lesewitz ist eine echte Legende unter den Bike Reportern, und mit allen Wassern gewaschen. Einer meiner absoluten Lieblingsautoren in der Magazin-Szene, der weiss worüber er - mit viel Soul - schreibt.

Doch der Spezialist für 24h Rennen, Langstreckenrennen wie die Crocodile Trophy und ähnliche Grenzerfahrungen menschlicher Leistungsfähigkeit verzichtet an diesem Reportage-Tag erstmals in seinem Leben aufs Bike um einen Singletrail zu Fuss zu bewältigen.

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Denn wie im Vorfeld der Reportage angedroht, drücke ich Henri ein Paar Wanderschuhe und Teleskopstöcke in die Hand. Henri schluckt trocken, aber er geht dann wirklich zu Fuss mit mir mit. Eine weise Entscheidung.

Zum Lokalaugenschein kommt das komplette Liteville Vertrider Team: Die Cracks Axel, Sylvia und Martin natürlich auch Evergreen Picco, „Mr. NKST“ Christof, Gerhard und Benni.

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Die beiden letztgenannten können sich an ihre letzte Vertride-Tour kaum noch erinnern. Der Sommer am Nordpark war mit Streckenneubau, Sanierung und Rennorganisation komplett ausgefüllt. Egal.

Nach einem klassisch steilen Aufstieg folgt bei Traumwetter eine Hardcore-Abfahrt - speziell im oberen Teil gespickt mit Schlüsselstellen, die die meisten beim Rauftragen noch für unfahrbar hielten.

Henri bekommt jedoch letztlich das gezeigt, was er sehen will: „Möglichst krasses Terrain, extreme Action“, so sein Wunsch im Vorfeld.

Wir erfüllen ihm den Wunsch mit einer - der Jahreszeit entsprechend möglichen - schweren S4-S5 Route, und ich fotografiere was meine
Nikon D700 hergibt. Diese Route ist eine meiner absoluten Lieblingstouren die ich 2003 - freilich bei den S5 Passagen nur ansatzweise - erstbefahren habe. Sie ist im oberen Teil so extrem, dass man selbst beim Wandern Probleme hat zu gehen, aber wenigstens bei Bergläufern recht beliebt.


Verletzungsbedingte Zurückhaltung

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Zwar haben Sylvia und Team Neuzugang Christof Pfeifer es sich an diesem Tag nicht nehmen lassen, wie immer ihre Bikes auch hochzutragen.

Doch leider sind beide an den extremen Schlüsselstellen verletzungsbedingt aus dem Rennen.

Sylvia mit einer Knie-Kreuzband OP vom Herbst 08’ - ein Sturz wäre fatal. Christof’s linkes Sprunggelenk schmerzt durch eine Zerrung in der Vorwoche, und lässt sich kaum belasten.

Beide können jedoch wenigstens ab dem Mittelteil der Abfahrt die Strecke einigermassen geniessen.


S5 Schlüsselstelle gemeistert

Bei Benni bewirkt die lange Tourenabstinenz und die einmonatige Pause Wunder, und er kann wie Martin alle Schlüsselstellen inklusive der ultraschweren S5-Passage im oberen Drittel (oder ist es eine S6/G4 ?) meistern, was ihn selber wohl am allermeisten verwundert.

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Axel, Picco und Gerhard fighten um jeden Zentimeter, und haben dabei jede Menge Spass.

Henri ist baff.

Dass die Fahrer dieses Terrain meistern würden, hätte er nie im Traum gedacht.

Und so zeigt sich nicht zum ersten Mal dass die technische Schwierigkeit und die enormen fahrtechnischen und physischen Herausforderungen des Vertridings einer - im Aufstieg gar nicht mal so extremen - Big Mountain Vertriding Session von Aussenstehenden wirklich erst realistisch bewertet wird, wenn sie es mit eigenen Augen live gesehen haben.

Vertriding Mainstream? Nein!

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Henri: „Das sind die extremsten Aktionen die ich in einem derartigen Gelände auf Bikes jemals gesehen habe! Wenn sich jemand erdreistet zu meinen Vertriding sei in den letzten Jahren ‚Mainstream‘ geworden, dann täuscht er sich gewaltig - der soll hier mal auf allen Vieren herunterkrabbeln, wo ihr mit den Bikes noch fahrt. Das was ihr hier zeigt ist ultrakrass, und kann niemals Massentauglich sein!“

Der mehr als gelungene Foto-Tag geht dank der hervorragenden Leistungen der Fahrer dann ohne nennenswerte Stürze zu Ende.

Ab der Mitte der Strecke lassen Henri und ich es gut sein, und entlassen die Meute, damit diese die restliche Abfahrt geniessen kann.

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Beim Abstieg philosophieren wir genüsslich über Grenzbereiche des Mountainbike-Sports. Henri hat seinem Erfahrungsschatz heute definitiv eine weitere Grenzerfahrung hinzugefügt - seine Augen leuchten.

Der rasende Reporter rollt alsbald mehr als beeindruckt retour nach München, und wundert sich nach eigenen Aussagen „die ganze nächste Woche in der Redaktion über den ärgsten Muskelkater“ aller Zeiten.

Tja, und ich selbst? Bekomme auch einen ordentlichen Muskelkater... Meinen 15 kg Fotorucksack habe ich auch schon lange nicht mehr zu Fuss einen Berg hoch- und wieder runtergetragen.

Da ist mir das Bike als Transportmittel dann doch lieber ;)

Last but not least geht mein Dank an Henri Lesewitz und das Bike-Magazin für diese Reportage, und an das gesamte Team für diesen fantastischen Fototag.

Viele Grüsse
Christoph Malin

Weitere Infos:
Zur Gallery - alle Fotos vom „Making of“:

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