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Vertrider-Kodex - bewährte Rules für feine alpine Freeride Erlebnisse und ein Miteinander mit anderen Wegenutzern (seit 2000!)
Text: Die Vertrider

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Biken auf alpinen Steigen oder Wegen wird bei uns derzeit toleriert, allerdings von Region zu Region verschieden gut. Abseits von Ballungsgebieten wird unser Sport meistens viel eher akzeptiert, als in der Nähe von Grossstädten, Seilbahnen usw. wo ein hoher Naherholungsdruck herrscht - also in Regionen wo viele verschiedene Nutzergruppen in hohen Zahlen Wege auf beengtem Raum frequentieren. Da kann es oftmals zu Konflikten kommen.

Um die Akzeptanz und Toleranz unserem Sport gegenüber in sensiblen Gebieten aber auch generell zu verbessern, könnten daher die folgenden Verhaltensweisen hilfreich sein, die sich in der Vergangenheit bewährt haben und die wir im Kodex für euch zusammengefasst haben. Damit dabei keine Missverständnisse entstehen: Der Kodex ist nicht in Stein gemeisselt - wir haben ihn mit der Zeit und Erfahrung entwickelt, uns hat er beim Vertriden oft geholfen. Der Kodex kann jedem gerne als Checkliste oder Ideensammlung dienen, muss aber natürlich nicht. Wenn Ihr dazu Ideen, Fragen und Anregungen oder Erfahrungsberichte habt, meldet euch bitte hier.
Hier noch ein paar sehr coole Abwandlungen des Kodex bei den
Trailtourern und Xitrailern
Ride on!


  • Hot Spots meiden. „Hot Spots“ sind populäre Routen, die - warum auch immer - zu stark frequentiert werden, dadurch entstehen Konflikte mit anderen Wegenutzern und Wegehaltern. Hot Spots einfach meiden, dann wird sich die Situation dort wieder normalisieren.

  • Keine Routen-Postings in Foren - Bildung von „Hot Spots“ vermeiden. Behaltet eure Traumtrails für euch - sie werden es euch danken. Macht Touren/Bildveröffentlichungen sensibler/konfliktträchtiger Routen ohne konkrete Ortsangaben. Das hilft, neue Hot Spots zu vermeiden - eure Touren bleiben ja trotzdem interessant.

  • Besser keine GPS-Tracks in Foren posten. Achtung: ein GPS Track sagt erstens überhaupt nichts über die Schwierigkeit oder Gefährlichkeit einer Tour aus. Zweitens: Kommt jemand aufgrund eures Tracks zu Schaden, seit ihr je nach Rechtslage in dem Land in dem ihr bikt, haftbar. Und auch GPS Tracks erzeugen Hot Spots.

  • Alpine Gefahren beachten, Risiko minimieren! Die Berge verzeihen KEINE FEHLER. Defensive Fahrweise wählen, sich und andere nicht gefährden. Mit der richtigen Ausrüstung an Bekleidung und Werkzeug unterwegs sein. Wetter, eigene Möglichkeiten, Fahrkönnen und Kondition nicht überschätzen.

  • 0,0 Promille! Leider nicht selbstverständlich. Dabei wirkt sich Alkohol - selbst in geringsten Mengen - schon in leichterem bis mittelschwerem Gelände fatal auf die Konzentration aus.

  • Erste Hilfe Set! Der letzte Fahrer der Gruppe sollte immer ein Erste-Hilfe-Set dabeihaben.

  • Aufeinander warten! Der schwächste Fahrer der Gruppe bestimmt das Tempo. Setzt die eure Gruppe ausgewogen zusammen. Niemand asollte mit der geplanten Tour überfordert sein, weder bergauf, noch bergab. Haltet Bergab Sicherheitsabstände ein.

  • Konditions- und Konzentrationsmanagement! Bergaufrennen beim alpinen Freeriding vermeiden. Es fehlt dann bergab an dringend benötigter Kraft und Konzentration -> gefährlich. Genügend zu Essen und zu trinken mitnehmen, sowie einen Notfall-Riegel gegen Hungerast.

  • Kleine Gruppen! Massenaufläufe von Bikern im Gebirge verursachen Unruhe und Probleme (vgl. Hot Spots). Max. 6 Biker pro Gruppe, bis zu 4 ist besser. Sonst Gruppe splitten und mit einem Zeitabstand von mindestens einer halben bis zu einer Stunde versetzt starten.

  • Ellbogen- und Knie-Protektoren! Grundausrüstung, wie der Helm. Der Berg verzeiht keine Fehler, und eine Hubschrauber Bergung ist bei Schlechtwetter nicht möglich.

  • Helm! Freeride Halbschalenhelm macht uns nicht anonym. FullFace Helme sind zwar von der Schutzwirkung her optimal - keine Frage - erzeugen aber oft Angst und Aggressionen bei Wanderern. Eure Entscheidung.

  • Bergschuhe! Trittsichere Bergschuhe mit denen ein Umknöcheln verhindert wird verwenden. Rutschige BMX-Schuhe sowie Klickpedale erhöhen das Risiko eines Sturzes beim Abstieg in unwegsamem Gelände durch ausrutschen oder hängenbleiben im Klickpedal.

  • Wenn möglich keine Bremsspuren auf alpinen Trails! Bremsspuren verursachen Erosion (und sie machen uns noch lange auf den Wegen sichtbar wenn wir schon längst wieder im Tal sind). Erosion verursacht Schäden an den Wegen, und erhöhte Instandhaltungskosten bei den Wegehaltern. Kurven und Serpentinen deshalb bitte NIE abschneiden; Hinterrad versetzen!.

  • Kontrollierte Fahrweise! Geschwindigkeit so wählen, dass jederzeit sicher vor einem Hindernis oder einem anderen Wegenutzer gestoppt werden kann.

  • Steinschlag beachten und vermeiden! Auf keinen Fall Steinschlag verursachen, aber auch auf Steinschlag von oben achten. Bei Auslösung laut und deutlich „Achtung: Steinschlag!“ rufen. Tipp: Beim Aufstieg durch steinschlaggefährdetes Gelände Helm anziehen.

  • Wetter beobachten! Tour sorgfältig planen! Vor Tourstart Wetterbericht einholen. Auf der Tour laufend Wetterentwicklung beobachten. Wenn nötig sofort umkehren/abfahren. Route vorher genau planen, damit im Notfall eine sichere Abfahrt möglich ist, und nicht lange nach dem Weg gesucht werden muss. Im Gebirge treten Gewitter und Wetterstürze extrem schnell auf - eine tödliche Gefahr! Vor dem Tourstart Partner oder Freunden IMMER das Tourenziel, den geplanten Routenverlauf und ungefähre Rückkehrzeit bekanntgeben.

  • Vorrang für Wanderer! Bei Wanderern immer rücksichtsvoll und freundlich sein. Beim Überholen von Wanderern sich laut und deutlich mit einem freundlichen „Hallo!“ oder einem Gruss ankündigen, sodass die Wanderer Zeit haben Dich als Biker zu akzeptieren (und nicht erschrecken und dann aus dem Frust heraus unfreundlich werden). Bei entgegenkommenden Wanderern anhalten, zur Seite stehen und den Weg freimachen. Bei Konflikt nicht weiters auf unrichtige Argumente eingehen (Diskussion meist sinnlos), freundlich verabschieden und Fahrt alsbald fortsetzen.

  • Leise sein! Die Berge sind für viele ein Ort der Ruhe und Erholung - und Dein Bike klappert manchmal schon laut genug :). Lautes Rufen und Lärmen im Gebirge sind schon seit 100 Jahren eine Unsitte, stört Wildtiere und ärgert andere Menschen, die sich erholen wollen.

  • Schutzzonen und Schonzeiten beachten! Wild gewöhnt sich zwar an vieles (auch an uns Biker), braucht aber trotzdem Rückzugsgebiete und Schutz, vor allem in der Schonzeit. Also nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit fahren! Falls es sich nicht vermeiden lässt, nur auf Wegen fahren, die auch tagsüber stark frequentiert sind, da ist das Wild mehr gewöhnt.

  • Keinen Müll hinterlassen!

  • Fahrgemeinschaften bilden! Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Tourstarts kommen. Falls nicht möglich, bitte Fahrgemeinschaften mit dem Auto bilden.

  • Alpenvereinsmitglied werden! Alpenverein und Deine lokale Alpenvereinssektion unterstützen! Sie sind die Leute, die ehrenamtlich viele Wege instandhalten auf denen wir fahren, neue bauen, Schutzhütten erhalten, Ausbildungsprogramme anbieten, und nicht zuletzt dafür kämpfen, dass die Natur im Alpenraum auch für zukünftige Generationen möglichst gut geschützt und erhalten bleibt. Zeige Deine Wertschätzung, und werde Mitglied!