no 29er hype on this site, and glad about it :P

Neues Vertrider Video Live UND Midwinter Bike Festl, 4.2.2012, Cafe DeCentral, Innsbruck

Hallo allerseits,

unser neues
Vertrider Big Mountain Video powered by VAUDE ist online!

Bildschirmfoto 2012-01-27 um 01.59.44

Direkter Link: Vaude Vertrider Big Mountain Video

Das gehört anständig gefeiert
, deshalb laden wir zum

MidWinter BikeFestl


mit Vertrider Film schauen... Um ihren Beitrag zur lokalen Bikekultur zu leisten, laden die Innsbrucker Vertrider zu einem feinen Abend mit Film Schauen ins DeCentral ein. Dank der Unterstützung des Bergsport-Sponsors VAUDE konnten wir eine neue, packende BigMountain Vertride Story mit ungewöhnlichen Filmtechniken produzieren. Wir freuen uns sehr darauf den neuen Vertrider Film mit euch auf grosser Leinwand zu teilen!!

Wann:
Samstag 04.Feber 2012

Wo:
Cafe DeCentral, Hallerstraße 1, Innsbruck (direkt bei Mühlauer Brücke)

Einlass
20 Uhr, Filmbeginn 21 Uhr

Eintritt frei
, Beisl-typisches preiswertes Getränke- und Speiseangebot

Ride on
Christoph Malin und das Vertrider Team
Vertriders.com

Ueber die Lust am Panorama - ein kleiner Ratgeber

Axel hat es beim "Rund-um-Blick" schon angedeutet...

Moderne Smartphones wie das iPhone oder die Vielzahl der Androiden sind durch Panorama-Programme / Stitching Assistenten zu perfekten Drive-by-Panorama Geräten geworden. Und: Sie sind einfach immer dabei.

Clevere Apps wie der Klassiker "Pano" fürs iPhone erlauben in wenigen Schritten schnell durchaus ansehnliche Panoramas zu stitchen, und in weiterer Folge damit die (Social) Media Channels zu feeden. Oder die im-Tal-gebliebenen zu ärgern. Nichts sekiert die armen Bürokollegen mehr, als im Zeitausgleich ein frisches Panorama vom soeben errungenen Gipfelsieg zu senden. Damit macht man sich Freunde. Lustig ist auch das "Ratespiel: Hhm, auf welchem Gipfel steht ich denn heute, Herr Kollege?" Recherchekönige machen sich einen Spass daraus, mit etwas Geduld und Bergwissen von einem Panorama über einen Vergleich mit Google Earth herauszufinden, wo, und in welche Blickrichtung es aufgenommen wurde.

Ein angenehmer Nebeneffekt moderner Smartphones mit Geotagging: Am Ende der Saison sieht man auf der Google-Weltkarte mit roten Stecknadeln sehr schnell wo man überall Panoramafotos aufgenommen hat (iPhone).

Das Panorama - die moderne Postkarte

ischgl

Mit soviel Spass bei Erstellung und Betrachtung fällt es auch nicht weiters ins Gewicht, dass alle Smartphone Panorama Apps die native Auflösung der bordeigenen Kameras zwar fürs Stitching nutzen, aber nicht für die Ausgabe. Wer also mit einem aktuellen iPhone mit 8 MP Kamera bei 4 Einzelbildern auf ein 32 MB Panorama hofft, wird enttäuscht.

Smartphone-Panoramas werden - durch den begrenzten Speicher der mobilen Geräte - für die Ausgabe und lokale Speicherung leider stark verkleinert. So dampft zB Pano drei iPhone4 Querformat Einzelbilder in seinen Quer- oder Hochformatpanoramas auf durchschnittlich 800 bis 870 Pixel Höhe (je nach Beschneidung) und rund 3100 Pixel Breite bei 72dpi aus. Das ist nicht sonderlich viel, aber fürs Web und kleine Prints reicht es allemal.

Was gibt es zu beachten?

Wer mit aktuellen Smartphones feine Berg-Panoramas schiessen will, sollte ein paar einfache Tipps beherzigen - dann steht einem Erfolgserlebnis nichts im Wege:

- Sonne im Rücken

Smartphone Kameras sind mit Gegenlicht meist schwerst überfordert - helle Bereiche "fransen" aus. Daher besser die Sonne im Rücken! Ausnahmen sind Sonnenunter- oder Aufgänge, wo die Sonne durch den niedrigen Winkel am Horizont noch stark abgeschwächt ist. Dennoch ist mit Linsenreflexen oder unschönen sonstigen Effekten zu rechnen.

- Frühes oder spätes Licht

Nie um die Mittagszeit Panoramas schiessen. Das Licht ist grell, und die Landschaft hat kaum Schattenzeichnung - die ihr Tiefe und Räumlichkeit geben. Deshalb entweder in der Früh, oder am späten Nachmittag bis in den Abend hinein das schöne Licht nutzen. Feinste Jahreszeit ist der Herbst, wo man fast den ganzen Tag über ein weiches Licht, viel blauen Himmel und lange Schatten geniessen kann.

- Kamera immer schön waagerecht halten, Horizont nicht kippen

Stitching Programme wie "Pano" erlauben jederzeit einen Überblick über das gerade gemachte Foto und das nächste. So sieht man gut, ob man zwischen zwei Aufnahmen aus Versehen den Horizont kippt, weil man die Kamera schief hält.

- Panorama fertig und Horizont schief?

Geht gar nicht. Besser noch ein mal neu machen - es gibt nichts unansehnlicheres als ein Panorama, bei dem der Horizont gebogen oder schief ist. Tipp: Im Notfall später mit Adobe Photoshop und der Funktion "Transformationen -> Distortion" korrigieren.

- Verwackeln, nein danke!

Wer öfter zu später Stunde bei Sonnenuntergang noch Panoramas schiesst, sollte sich ein Ministativ für das Smartphone anschaffen, damit die Aufnahmen nicht verwackeln.

Und die Profis?

Panorama-Stitching ist im Profibereich ein Fass ohne Boden, Zeit und Rechenaufwändig, die Möglichkeiten sind endlos - die Datenmengen aber auch. Anders als Smartphone Apps arbeiten Klassiker wie AutoPano Pro oder PTGui mit nativer Auflösung aktueller DSLRs und deren Ausgabeformate wie JPG, RAW usw. Dabei entstehen schnell mal Pixelmonster mit 300 MB oder mehr Grösse (Gigapixel-Panoramen), und selbst aktuelle Quadcore Maschinen sind bei der Dekodierung und beim Stitching derselben nach wie vor gut gefordert. Ganz zu schweigen von VR-Panoramas (ebenfalls zB mit Autopano oder PTGui zu erstellen), wo über Robotergestütztes oder manuelles Mosaik-Stitching mit 13 oder mehr Kacheln zumeist sphärische Panoramen entstehen, in denen sich der Betrachter per Flash-Viewer drehen, oder nach oben und unten schauen kann.

In diesem Sinne - ein gutes Jahr 2012 und viel Spass beim 360 Grad Rundumblick!
Christoph Malin
Vertriders.com

PS: Pano Nerds oder solche die es im Alpin-Bereich noch werden wollen, sei die Seite Alpen-Panoramen.de nahegelegt, über 11000 Bergpanoramas, mit umfangreichen Gipfelbeschriftungen und einer interaktiven Panoramaverlinkung warten auf euch! Top für die Recherche und neue Projektideen ;)

Der Rund-Um-Blick

"Wenn man in den Bergen wohnt, sind die Gipfel das Ziel". Denn was hat der Gipfel, was das Tal nicht hat? Die Aus-, Fern-, und Weitsicht, den Überblick, den Rundblick und das gesamte Panorama.

Das Jahr war gewaltig, der Herbst noch besser. Jetzt oder nie ist die Chance, sie zu bringen, die Panorama-Bilder. Andere machen einen Rückblick. Und diese modernen Telefone mit Kamera sind vielleicht nicht geeignet für den Covershot, Baby, aber sie sind genial für die schnelle Panorama-Fotografie, quasi im Vorbeifahren.

Noch einen Vorteil hat es übrigens, auf einem Gipfel zu stehen: Man hat das Beste gerade noch vor sich - natürlich nur, wenn man sein Bike dabei hat. Gipfelabfahrten regieren!

Neues Jahr, neue Gipfel, neue Trails, neues Glück!
Rock it,

Axel
und das Vertrider-Team

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Photo Credit:
Sylvia Leimgruber

Der Bueffelelefant

Die Big Five sind das Ziel der Großwildjäger in Afrika: Elefant, Nashorn, Büffel (das Tier, nicht die Nationalität), Löwe und Leopard die angesagten Trophäen. Toller Sport, tolle Wohnungsdekoration! Wir sind keine Jäger, wir sind Mountainbiker, wir besteigen Berge, wir haben trotzdem unsere Big Five. Es sind die großen Bike-Berge, die Klassiker um Innsbruck, es müssen nicht genau fünf, können auch mehr sein, man schafft sie selten alle in einer Saison.

Aber in diesem ewigen Herbst geht noch einiges. Diesmal der Elefant der Berge. Oben Elefant, unten Büffel. Der Gipfel ist schwer, groß, lang, grau, rund, runzelig. Unten im Latschengürtel warten die harten Huftritte eines Büffels.

Das Vertrider Team ist fast vollständig angetreten. Beim M-Preis in der morgendlichen Kälte hat es die Ruhe weg. Noch haben wir keine Lampen dabei, die Mission lautet schnell und leicht, und vor der frühen Dunkelheit wieder zurück. Die Sonne wärmt unglaublich bei der Auffahrt, es gibt viel zu erzählen, ein Bilderbuch-Sonntag eben, aber ohne Kaffee, ohne Schlag und Torte. Fast kein Mensch ist mehr unterwegs, nur ein paar Burschen steigen auf eine Hütte auf, Geburtstag feiern. Ein rüstiger Mann schleppt grinsend ein Bierfass hoch.

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Als man gerade denkt, wie sich der Weg doch wieder zieht, rückt auch schon das Gipfelkreuz ins Blickfeld. Es ist für den mächtigen Gipfel eigentlich zu klein, es steht schmächtig, real-sozialistisch da, nicht mal richtig gerade. Aber dieses Fernsicht-Panorama rundherum! Wenn die Sonne nicht schon zwei-Finger breit über den Bergen stehen würde, blieben wir noch eine Weile hier oben und würden die Aussicht genießen. Ich erinnerte mich nicht mehr, warum wir das letzte Mal so lange für die Abfahrt gebraucht hatten, 2000 Höhenmeter wird man wohl noch bis zur Dunkelheit abtrialen können?

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Das Fahren auf der rauen, schrumpeligen Elefantenhaut vom Gipfel ist aber nicht schnell, zumindest nicht geschenkt. Doch wieder ein ehrlicher Kampf, über stumpfen Fels und Geröll, oben ist Steinwüste, man versenkt sich langsam in einem spektakulären Kessel. Es gibt nur einen Ausgang, durch den steilen Latschengürtel. Die große Schlüsselstelle war auch wieder da, leider keine Muße. Überhaupt, dieser Wahnsinns-Trail hatte eigentlich etwas Besseres verdient, als ihn vor der drohenden Dunkelheit herunterzuhetzen.

Im weiteren Teil des Latschengürtels stehen wir etwas lose auf den Bikes. Eile macht hier nicht schneller. Wir holen uns noch ein paar Büffeltritte in den Latschen und landen endlich auf dem sanften Sattel, wo wieder normale Lärchen stehen.

Jetzt kehrt zum Glück etwas Ruhe ein, zur Not könnte man jetzt den Forstweg rollen, aber wer will das schon, wenn jetzt doch der große Flow bevorsteht. Und dann geht’s dahin, mit Idealgefälle, ein Traum. Der Dunkelheit fast ein Schnäppchen geschlagen, wir nehmen alles mit, sogar die Klammdurchfahrung unten. Auf den letzten Metern erst wird es so schummrig, dass wir manchen Stock oder Stein übersehen. Bei der Einfahrt ins Dorf unter den ersten Laternen scheint der Himmel plötzlich pechschwarz.

Big Ride, Big Adventure, Big Day. Highlight. Getrialt und geballert, doch der Büffelelefant bleibt wie immer unberührt stehen. Nicht wie bei den Großwildjägern.

Zur Gallery geht's
hier.

Axel Kreuter
Vertrider-Team

Vertrider Film powered by Vaude

Für das Vertriden, dem Mountainbiken auf Steigen im hochalpinen Gelände, gibt es keine Bühne, keine Wettkämpfe und selten Zuschauer. Dank der Unterstützung unseres Bergsport-Sponsors Vaude konnten wir jetzt einige Aktionen filmen, damit das Abenteuer Vertriding auch einem breiterem Publikum zugänglich wird.
Und um das große Bergpanorama und die Steilheit der Wandersteige noch besser in Szene zu setzen, haben wir zusätzlich zu Bodenkameras die Perspektive aus der Luft gesucht und einen Multirotorcopter, eine Drohne, fliegen lassen.
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Im Gschnitztal am Alpenhauptkamm fanden wir den perfekten Gipfel für dieses Vaude-Filmprojekt: Ein einsamer, wunderschöner Gipfelaufbau mit gewaltigem Panorama, ein technisch anspruchvoller Weg direkt vom Gipfelkreuz, steil bergab zwischen Felstürmen und über Schotterreisen.
Der kreative Extremsport-Filmer
Johannes Mair hat bei diesem ambitionierten Projekt die Regie übernommen. Für die Luftaufnahmen konnten wir die professionellen Flug- und Filmspezialisten, Sascha Helle (Flightcopter.tv) und Jochen Schmidt (General-View) gewinnen. Das Fliegen des kleinen Helikopters mit 6 Rotoren und die koordinierte Steuerung der schwenkbaren HD-Kamera in der ungewohnten Höhe forderte dem Filmteam einiges ab.
Abgerundet wird die Alpengipfel-Aktion mit Verfolgungsaufnahmen aus der Luft auf flowigen, schnellen Wegen und anspruchsvoller Trialerei aus einer Kranperspektive. Genug Material also für einige Minuten packende Bigmountain-Vertrider-Aktion. Auch wir sind schon extrem gespannt auf den Eindruck, den dieser neue Film mit den neuen, luftigen Perspektiven auf die Leinwand bringt.
Axel Kreuter

Vertrider-Team

Indian Summer I

'Die Seele eines Menschen kann nur so schnell reisen, als die Fuesse ihn tragen'. Indianisches Sprichwort

Der Herbst ist ein Bike-Karussell, das sich dreht, bis einem schwindelig wird. Am Abend erst, beim Bier, hat die Seele etwas Zeit, aufzuholen. Doch am folgenden Morgen geht es von neuem zu schnell. Mit Vertrider-Kollege Gerhard ziehe ich los auf die naechste Tour. Der naechste Berg, einer der 'Big Five', einer der grossen Bike-Klassiker Tirols.


Den Aufstieg ueber Almwiesen, Gestein und Latschenhaenge nehmen wir eher gemuetlich und lassen die Seele bis zum Gipfel nachkommen. Der Himmel ist stahlblau, die Sicht reicht weit bis zu den Dolomitengipfeln im Sueden. Ein Herbsttag mit Spaetsommerwaerme. Fast windstill am Gipfel und menschenleer. Ein paar Dohlen kreisen auf, stuerzen im Sturzflug herab, kreisen wieder auf, nur aus reiner Freude scheint es.

Etwas technisch startet die Abfahrt um den maechtigen Gipfelaufbau herum. Grobes Geroell liegt im Weg, laestig, aber wir sind etwas warmgerollt. Dann geht es zur Sache. Die beruechtigten Trialstellen, gehen sie wieder auf? Der 'Schnapper', der 'Stairway to Hell' und der 'Mind the Gap' stehen da wie eh und je, und zeigen ihre haessliche Zunge.

Nichts ist aber auch nur ein bisschen leichter geworden, die Erinnerung der letzten Befahrung hilft etwas, der benoetigte Fokus aber ist jedes Mal wieder genau gleich, wird nie kleiner. Sich trotzdem etwas Zeit lassen hier oben, mit dieser Aussicht, dann wieder der Fokus, auf die felsigen Absaetze. Die Seele ist ganz da. Aber Ja HEEEH, sie gehen auf, wieder, diese Trialstellen mit Fratze. Alles gelingt an so einem Tag, sogar die Fotos mit der kleinen Kompaktkamera. 10 mal auf den Ausloeser gedrueckt - 15 gute Shots.

Erst weiter unten hinter dem Gratweg im Latschenguertel gehen die Bremsen richtig auf. Es gibt noch Termine am Abend, Damen laesst man nicht warten. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Fahrtwind im Gesicht, Gas, Gas, Gas. Viel schneller als jemals Fuesse tragen koennten, keine Chance fuer die Seele. Auch die gluehenden Bremsscheiben sind am Limit, wie unsere Handgelenke und Oberschenkel. Aber Hurrraa!

Auf dem Weg zurueck zum Parkplatz geben wir der Seele schliesslich wieder eine Chance. Wir rollen nicht einfach so herunter zur Bundesstrasse (Gerhard hat auch seinen Stolz), sondern treten und schieben noch ein paar Gegenanstiege ueber den Wald und Wiesenweg. Auch um sicher zu gehen, dass wirklich der letzte Saft aus den Waden gezogen wird. Wer will schon mit ueberfluessiger Energie ins Auto steigen?


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Axel Kreuter
Vertrider-Team

Liteville 301 Vertrider Edition

Das 301 von Liteville ist für einen extrem breiten Einsatzbereich entwickelt worden. So erringt beispielsweise der 24h-Spezialist Thomas Widhalm auf dem gleichen Liteville 301 Rahmen einen Erfolg nach dem anderen, mit dem auch wir auf unseren Extremtouren "unfahrbare" Berge bezwingen. Gut zu wissen, dass man beides könnte, auch wenn man nicht unbedingt muss.

Liteville 301 Variante XTR Vertrider Edition01_vertdays_0701_vertdays_30

In gemeinsamer Entwicklung und Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker
Vertrider Team und Christoph Malin bietet nun Thomas Forstmair vom österreichischen Liteville Importeur tf-bikes eine limitierte Serie von Komplettbikes des Liteville 301 in unterschiedlichen Aufbauvarianten für Freunde der Extrem-Vertikalen an.

Christoph Malin, Herausgeber und Gründer von
Vertriders.com freut sich über die Kooperation: "Eine für Fans erhältliche Vertrider Edition unserer Liteville Bikes war mir schon immer ein grosses Anliegen - die 301 Vertrider Edition ist der erste Schritt, und preislich auch noch extrem scharf kalkuliert. Mit Thomas Forstmayr haben wir einen kongenialen Partner gefunden, der mit Herz und Seele beim Thema ist, selbst hervorragend fährt und Vertriding lebt. Ausserdem hat Thomas beim Thema Komponenten eine enorme Kompetenz, weil er selbst alles testet und ausprobiert. Die Ausstattungsvarianten der 301 Vertrider Edition sind aus einem Guss und werden auf Big Mountain Tour das leisten was man sich davon erwartet: Top Funktion bei hoher Verlässlichkeit." 

Die Bikes gibt es neben dem bekannten Schwarz Eloxal auch im dezenten Works Finish (Alu natur gebürstet). Als besonderes Schmankerl wird eine geringe Stückzahl in einer Eloxal-Sonderfarbe exklusiv ebenfalls in der Vertrider Edition aufgelegt, mehr dazu bei Verfügbarkeit - zusätzliche Infos findet ihr auf
www.tf-bikes.at.
Optional bekommt jeder Käufer die Option auf ein exklusives Fahrtechniktraining mit den Vertridern!

Die 301 Vertrider Edition Bikes kommen samt ordentlichem Preisvorteil in
vier unterschiedlichen Aufbauvarianten, damit für jeden Geschmack etwas dabei ist!

Entweder mit
- kompletter Shimano XTR in der Trail-Version, zB eigens angefertigtem TF XTR-Bashguard und Rock Shox Reverb Remote (€ 5.888,-)
- mit XT und Formula The One (€ 4.888,-)
- kompletter SRAM X.0 (€ 5.333,-)
- oder der SRAM X.9 (€ 4.666,-)
immer in Kombination mit den bewährten, leichten und haltbaren Syntace Parts, handeingespeichten Panchowheels Notubes Laufrädern mit DT Swiss Naben, limitierten Liteville-Carbonsätteln vom Ergonomiespezialisten SQ-lab und Schwalbe-Reifen nach Wahl.

Neben dem exklusiven (aber auch auf Wunsch ablösbaren) Vertrider-Schriftzug am Oberrohr gibt es noch eine weitere Besonderheit: die Bikes werden mit wahlweise 140 bzw. 160mm Heckfederweg immer mit mehr Hub an der Front kombiniert (Fox 36 Talas mit 160 oder 180mm, bzw. Rock Shox Lyrik mit 170mm), um für eine noch entspanntere Sitzposition, mehr Laufruhe und Reserven bergab ohne Nachteile bergauf zu sorgen.

Da eine Probefahrt bei so einem Geschoss eigentlich selbstverständlich sein sollte, kann man sich im
TF-Testcenter und bei den Testevents vorab selbst bei einer ausgiebigen Probefahrt überzeugen.

Die Liteville 301 Vertrider Edition ist ab sofort neben den Individualaufbauten nach Kundenwunsch bei allen Liteville-Vertragshändlern in Österreich (siehe Händlerliste auf
www.tf-bikes.at) erhältlich.

Weiterhin eine gute Saison wünscht
Christoph Malin
Vertriders.com

New Zealand files

Das beruehmte Maskottchen Neuseelands, der heimische kleine Vogel, der Kiwi, hat das Fliegen verlernt. Wie kann eigentlich ein Land erlauben, dass ein Vogel, der nicht mehr fliegt, sein Wahrzeichen werden darf? Nach der ersten Woche in diesem friedlichen Land wird einiges klar. Man braucht gar nicht zu fliegen, auch nicht als Vogel, es geht einfach gemaechlich zu. So gemaechlich, dass ich mit dem Schreiben erst ein paar Wochen nach der Rueckkehr anfangen konnte.


Ein traditioneller Neuseeland-Bericht - zwei Teile, Nordinsel und Suedinsel. Und weil der Sueden insgesamt irgendwie spannender und abwechelungsreicher ist, gibt es nur ein Telegramm fuer den Norden.

1. Nordinsel:

Rotorua, Rotorua, Rotorua, the best!!! Unzaehlige Cross-country strecken (Flow-country on steroids? Und wer hat's jetzt erfunden?), mit 400 Hoehenmetern bikt man 25 Minuten, Vollgas. Ein einziger aufgezwirbelter Pumptrack. Ausserdem hat es eine gestandene Downhill-strecke, die rockt! An den Wochenenden gibts einen Shuttlebus.

Wellington - Makara Peak - kleiner, feiner, fast kultiger Bikepark zum selber hochtreten. Es gibt um die Stadt herum noch ein paar andere Spots - z.B. 'Vic Peak is very technical'. Die Locals in Wellington scheinen mit den Geheimtipps nicht zurueck zu halten. Es gibt genug kleine Touren fuer eine Woche. Mal ein Jahr in Wellington wohnen waer schon moeglich. Und: unbedingt am Wochenende Abends ausgehen. Es ist der absolute Wahnsinn, was fuer eine Mode die Frauen hier auf die Strasse ausfuehren! Wenn das Bike auf dem Flug verloren geht, wurscht, fuer eine Samstagnacht in Wellington hat sich die Reise schon fast gelohnt. Dann den Rest der Woche die abgefahrenen Cafes dieser Kuenstlerstadt am Meer frequentieren und die Modegeschaefte durchstoebern. Sich treiben lassen auf einer Zeitreise zurueck in die Welt, wo alles noch in Ordnung war.

OK, aber die Radln sind im Auto und es geht auf die Faehre Richtung Suedinsel.

2. Suedinsel

Die Strasse an der Westkueste der Suedinsel ist eine der bemerkenswertesten ueberhaupt. Sie schlaendert so schoen an der Kueste entlang, dass man fast nicht weiterkommt, weil man so oft anhaelt, zum schauen, zum Fotos machen. Zeitweise sieht man gleichzeitig den Pazifik, den gruenen Urwald und die weissen Gletscher der hohen 4000er im Hintergrund. Sehr sehr speziell, wie eine Kollage von Elementen, die normalerweise gar nicht zusammen gehoeren. Aber es ist Neuseeland. Eigentlich will ich mehr Zeit haben und etwas verweilen, aber ich habe seit Wochen dieses bloede Ziel im Kopf, Queenstown, und so ziehen wir durch.

Queenstown ist die selbsternannte Outdoor-Hauptstadt, wenn nicht der Welt, dann zumindest der Suedhalbkugel, oder auch nur die suedlichste (Die meisten Orte, Einrichtungen oder Points-of-interests haben in Neuseeland ein so oder aehnliches Praedikat). Queenstown ist das Innsbruck Neuseelands, ohne das Goldene Dachl, ohne die Universitaet, aber mit einem See, also eher fast wie ein Oesterreichisches St. Moritz auf der Suedhalbkugel. Das kleine Staedchen liegt quasi auf dem gleichen Breitengrad wie Innsbruck vor einer sehr bemerkenswerten Bergkette, den 'Remarkables', die eine gewisse Aehnlichkeit zur Innsbrucker Nordkette hat.

Mit der Gemaechlichkeit, die sonst auf der Suedinsel herrscht, ist es in diesem Oertchen vorbei. Es brummt. Junge Touristen aus aller Welt haben das Mega-Angebot, vor allem fuer die schnell-und-billig-(aber nicht guenstig)-Adrenalin-Fraktion, vom Typ Bungy-Jumpolo. Jeder zweite Laden im Zentrum verkauft solch Zeitvertreib (jeder andere zweite bietet Outdoor Bekleidung an). Das einzig gute daran ist, Du hast in 5 Minuten alles gesehen und kannst Dich aufs Biken konzentrieren. Aber vorher noch eines: den Schokoladenladen 'Patagonia' am Hafen muss man besuchen! Es gibt ein Schokoladen-Eis, das ist der helle Wahnsinn, heilig wie bei den Mayas, bei dem zerfliesst Du auf dem Boden. Unglaublich. Wir sind vier Tage hintereinander in den Laden gepilgert und haetten es weitere vier getan. Wobei ich ueber Eiscreme wirklich noch nie so eine absolutistisch fanatische Aussage jemals gemacht habe, vor allem nicht wenns eigentlich ums Biken geht.

Der beste Grund aber nach Queenstown zu reisen und viel Geld auszugeben ist der Bikepark. Eine schnelle Kabinen-Gondel der Firma Doppelmayr bringt seit diesem Fruehjahr Biker auf 600m ueber die Stadt. Mega-Aussicht ueber den See und die Berge! Wie in den Alpen und dann doch wieder nicht - anderes Licht, andere Gerueche, keine Kuhglocken. Dann gibt es an die ganze zehn Varianten, um sich zurueck ins Tal zu ballern. Die Trails sind kundenfreundlich markiert, von gruen (leicht) bis schwarz (schwer, downhill). Als erstes mussten wir gleich die schwerste, doppeltschwarze Strecke austesten, um vorsichtig anzutesten, wie hoch hier die Latte liegt. Und siehe da: es hat tatsaechlich etwas Steilheit im Trail. (die steilste Stecke ist in etwas so wie der Mischwald am Nordketten-Singletrail mit vielleicht etwas weiteren Kehren und dann angehaengt,die dreifache NKST Dirtline). Zwei Tage im Bikepark und es blieb immer spannend. Man kann die Trails nach Lust und Laune in so vielen Kombinationen fahren, dass man selber durcheinander kommt. Kurz und steil oder flach und lang ueber Spruenge und Anliegerkurven. Der Park ist ein Mini-Whistler in xxs, was fuer ein paar Tage reicht die Laune maximal gut zu halten.

Und wenn man dann schon in der Gegend ist, darf man die Trails aus dem genialen Follow-Me Neuseeland-Segment natuerlich auch nicht auslassen (http://www.youtube.com/watch?v=zsvo5kp-mj0). Bei Gee Atherton und Stevie Smith mit Mach10-world-cup-speed schauen die Trails allerdings viel kurviger aus als mit einem XC-Bike, Halbschalenhelm (immer gute Ausrede) und menschlicher Geschwindigkeit. Die ersten 1min:20s des Filmchens sind auf dem Zoot-Track gedreht, und wird wohl in etwa die Zeit sein, die die beiden fuer den ganzen Weg gebraucht haben. Zum Glueck hat man mit einem XC-Bike einen laengeren Spass. In die entgegengesetzte Richtung vom Start des Zoot schlaengelt sich ein schmales Wegele in den Skippers Canyon (anschliessend in Follow-me zu sehen). Auch sehr laessig, aber wieder nicht so kurvig, wie erwartet.

Das Ende der Follow-Me Episode spielt am sogenannten Dirtpark-Track zwischen Queenstown und Wanaka. 1000hm tritt man eine feine Schotterstrasse hinauf, wenn man nicht shutteln will, was man koennte, wenn man nach dem Queenstown-Besuch noch Geld uebrig hat (oder kein leichtes Liteville 301 dabei hat). Dieser Bike-Tag hatte als einziger des gesamtes Urlaubs eine Aehnlichkeit zum gewohnten, typischen Trailbiken in den Alpen: Langer Forstweg, grosses Gipfel-Kino, dann nur einmal die Sattelstuetze versenken, satte Hoehenmeter bergab in einem Guss und heisse Bremsscheiben.

Man koennte jetzt als naechstes nach Wanaka weiterfahren, im Sticky Forest biken und am Lake Wanaka abhaengen, was sicher verlockend ist. Aber besser nicht bevor man Arrowtown besucht hat. Arrowtown hat dieses spezielle Flair jener alten Goldgraebersiedlung, die man eher im Westen Amerikas vermuten wuerde. Auch hier sind die Gluecksritter laengst verschwunden, und statt Pferden vor den Saloons stehen in der Hochsaison die Reisebusse vor den Souvenirlaeden. Aber es gibt eine kleine Brauerei (Microbrewery), die eine sehr feine Auswahl an Bierkoestlichkeiten braut und die ich waermstens empfehlen wuerde. Aber was mir noch mehr in Erinnerung geblieben ist als das Bier, und das will wirklich was heissen, sind die Pies (Pa'js) der lokalen Baeckerei. Lamm, Beef oder einfach Vegetarisch, man koennte sich ueber Nacht einschliessen lassen und bis zum Morgengrauen alles durchprobieren und dann nochmals von vorn. Diese Pies haben gerockt und wir haben von Nord bis Sued in Neuseeland wirklich einige Pies gegessen. Wir koennten fast einen Pie-Fuehrer fuer Neuseeland schreiben (und einen Fish-and-Chips Fuehrer).

Aber Fokus, ums Biken gehts. Wie gesagt, gibt es weiter oestlich bei Wanaka im Sticky Forest einige laessige angelegte Wege (siehe auch Biker-Hiker Bericht). Nicht unbedingt eine Reise wert, aber irgendwie ist Wanaka das chilligere und sympatischere Queenstown, nicht so schreiend aufgeregt. Es wird aber noch weit, weit ruhiger in Alexandra. Jetzt befindet man sich im zentralen Central Otago, einem trockenen Becken, wo die Uhren aber noch richtig langsam gehen. Um trotzdem nicht alles komplett zu verschlafen, wurde 1968 eine riesige Uhr ueber dem Staedchen in die Felsen gebaut. Wirklich gross, 11 Meter Durchmesser, der Minutenzeiger ist fast 6 Meter lang. Man kann die Uhrzeit aus 20km noch lesen und durch die Beleuchtung auch Nachts. Der steile Pfad zur Uhr haelt uebrigens auch die coolsten Trialstellen in ganz Neuseeland bereit. Ehrliche S-einiges-Schwierigkeiten muss man fuerchten, wenn man das Rad auf die Felsen zur Uhr raufschiebt. Ein ganz anderer Flair wartet auf der anderen Seite dieser Felskette: Eine schroffe und zugleich sanfte Huegelwelt, durchzogen mit Singletracks. Unglaublicher Anblick. Tiefbraune scharfe Felsen stechen aus einer samtenen gruen-violetten Heidelandschaft aus Thymian heraus, mittendrin sind ein paar grosse Pinien-Baeume verstreut. Thymian, es faehrt nicht nur das Auge mit sondern hier auch die Nase, der Duft ist die fuenfte Dimension. Um diese Trails halbwegs authentisch zu fotografieren, braeuchte man eine Art von Kamera, die Geruch mit abspeichert. Obwohl, das Gehirn ist schon genau solch eine Kamera. Wenn Du Dir die Photos hinterher anschaust, riechst Du Thymian, und wenn Du Thymian riechst siehst Du die Alexandra-Trails vor Augen.

Alexandra ist super sympathisch, sie ist fast so etwas wie der Archetyp der Suedinsel-Gesellschaft - abgelegen, klein, bescheiden, zurueckhaltend freundlich, konservativ doch auch eigenwillig, verschroben, ein klein wenig extravagant, sogar mit etwas Vision. Wer baut sich schon eine 11 Meter grosse Uhr vor die Haustuer?

So sind wir dann recht zufrieden aus Alexandra zurueck gefahren, zurueck nach Norden, nach Picton auf die Faehre, zurueck auf die Nordinsel, die Zeit bis zum Rueckflug von Auckland war am Ende wieder in nichts verpufft. Und perfektes Wetter auf der Rueckfahrt - Regen. Drei Tage auf der Strasse, aber zufrieden mit vielen neuen Bildern im Kopf, zufrieden mit den Bike-Erlebnissen, im Gefuehl vielen wesentlichen Locations einen ehrenhaften Besuch abgestattet zu haben und doch noch so einiges auf der Wunschliste fuer das naechste Mal. So viel vielversprechendes haben wir auslassen muessen: Dunedin, Nelson, Hamner Springs.....Es ist mal wieder wie immer, wir muessen wiederkommen.

Axel

Photos: Sylvia

PS. Andere laessige Neuseeland Trail Geschichten findet ihr uebrigens auf der Biking-Hiking Seite (http://www.biking-hiking.at/2011/01/neuseeland-die-2te/). Auf englisch schreibt extrem cool ein gewisser Seb Kemp. Seine 'World Affairs' beinhalten viele legendaere Einsichten ueber Rad und Reise. Mein Favorite! Part 6 bis 9 spielen in Neuseeland. (Part 6 startet hier: http://www.nsmb.com/4312-world-affairs-part-vi)



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Makara Peak "Bike Park" ueber Wellington.
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Weil Fahrraeder auf Neuseelands Strassen noch eher selten sind.


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In Nelson wurde eine Kirche in ein Pub umgewandelt.
Komisches Gefuehl am Altar ein Bier zu bestellen.



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Die Nordinsel ist geothermisch aktiv, es dampft aus der Erde.


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Die Bierauswahl im gutsortierten Supermarkt ist absolut vorbildlich!


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Blick auf Queenstown, den See und die "Remarkables".



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Aus dem Bikepark direkt einrollen in die Stadt zum Kaffee.


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Bikepark Queenstown.



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Arrowtown Bakery.


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Schokoladen-Wahnsinn.


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Dirtpark-Downhill.



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Thymian-Trails, Alexandra.

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The Alexandra Clock.

Fitzcarraldo in Coromandel


Kann eine Bike-Story eigentlich auch von einem Schiff handeln? Irgendwie nein, aber vielleicht doch? In Neuseeland war ich auf einer Bike-Tour, die vermeintlich nichts mit Biken zu tun hatte. Aber Sam Brown's Vater soll einmal gesagt haben: "Alles was auf einem Abenteuer passiert, ist gut, auch wenn es schlecht ist."

Ich war einige Zeit auf der Coromandel-Halbinsel im Norden Neuseelands unterwegs, hatte schon alle ausgeschriebenen Mountainbike-Routen befahren (daheim in Tirol gibt es auch genug Forststrassen...) und brauchte dringend einen anstaendigen Trail, also vielleicht eher einen Wanderweg. So hatte ich die Wanderkarte studiert und tatsaechlich etwas feines gefunden. Es sah sehr vielversprechend aus: Direkt vom Meer weg 600 Hoehenmeter auf einer Schotterstrasse locker raufschwitzen. Auf der Passhoehe dann wuerde der Wanderweg starten, zunaechst an dem ersten kleinen Gebirgszug auf und ab entlangfuehren und dann auf einem Ruecken zurueck zum Ozean hinunter fliessen. Nach Insider-Informationen des Ranger-Kollegen meines Freundes Paul, der in der Gegend oefters unterwegs war, schien alles perfekt. Der Weg sei gut zum fahren geeignet ("why not?"), hoechstens etwas schlammig koenne er zeitweise sein...

Auf der Passhoehe am Trailhead kamen mir die ersten Zweifel, mein Ziel war auf einem grossen Wegweiserschild mit sechs Stunden angeschrieben (ich haette aus Erfahrung vielleicht zwei geschaetzt...) und die Vegetation erinnerte mich mehr an einen suedamerikanischen Urwald als mir lieb war. Aber so gut wie der Weg ausgeschildert war, wuerde er wohl auch ausgetreten und ausgeschlagen sein, sagte ich mir, kann nichts schief gehen. Ich schaute in den Wald wie in einen Minenschacht, ein Tunnel in die Dunkelheit. Rad auf der Schulter verschwand ich im Wald. Schon nach wenigen Schritten blieb das Bike zum ersten Mal mit einem Pedal in einer Lianen-Schlaufe haengen, die erst nach heftigem Zerren nachgab. Kurz darauf verfing sich der Lenker an einem Busch. Wieder Gezerre. Nach 50 weiteren Metern blieb ich zum ersten mal in einem zaehen Schlammloch stecken und mein rechter Fuss rutschte aus dem Schuh. Um nicht mit den Socken in den Gatsch zu stapfen, fiel ich ungeschickt um, und die Handschuhe und die neue Hose gleich schoen eingesaut, Grrr. Der Auftakt fuer die naechsten Stunden Wanderschaft war perfekt.

Man nehme eine fiese verblockte Vertrider Trialtour, wie sie vornehmlicherweise im Oetztal zu finden ist oder auch ganz speziell beruechtigt am Bilkengrat, dehne sie auf 15 Km und lege sie auf ein ebenes, welliges Hoehenprofil, 100hm auf, 100hm ab. Dann verlege man ein paar nasse, hohe Wurzelblockaden, diese Spielfeinde, zwischen kantige Felsbrocken und gelegentlich ein Schlammloch. Damit konsequenterweise auch die obere Hemisphaere richtig mit Spielverderben kann, umspanne man alles mit rankenden Gewaechsfiguren, nicht Sparen mit Lianenschlaufen, die auf jedes Bike-Teil lauern. Und Klettgrass, dass auf die Schienbeine giert, und dicke Spinnenweben, die sich ans verschwitzte Gesicht kleben. Das ist Neuseelaendischer Urwald.

Ich setzte das Rad ab, schaute mich um und fluchte leise. Es fiel mir nichts ein, was den Weg haette Rad-feindlicher machen konnte. Was hat das Bike hier verloren? Ich war Fitzcarraldo. Ich haette genauso gut einen Raddampfer durch den Amazonas schleppen koennen. Nein, ich haette viel BESSER ein Boot mitgeschleppt. So ein Wildwasser-Kanu. Es waere elegant durch das Lianen-Dickicht geschluepft und ueber die Wurzeln geglitten. Bergab haette ich mich einfach hineingesetzt und der Weg waere super flowig gewesen. Zum Glueck begegnete ich keinen Wanderern. Sie haetten mich und meine Mission zurecht belaechelt. Fitzcarraldo hatte wenigstens eine Menge Ureinwohner, die ihm bei seinem Schwachsinn halfen.

Dann musste ich wieder an Sam Brown's Vater denken, der urspruenglich Neuseelaender war. Auf einem Abenteuer kann gar nichts schlecht sein, nur eine Frage der richtigen Ansicht. Meine Stimmung stieg langsam wieder. Mir fiel der Wetterbericht fuer den Tag ein, und ich stellte mir vor, wie viel boesartiger der Weg waere, wenn es, wie vorhergesagt, regnete. Immerhin hatte ich noch trockene Schuhe. Ich war voellig verdreckt, aber doch trocken. Es war auch weder schwuel, noch zu heiss, unter dem Baumdach herrschte ein angenehmer Schatten. Zu Hause liegt Schnee, rief ich mir ins Gedaechnis. Ploetzlich fielen mir immer mehr Dinge ein, die viel wilder haetten sein koennen. Zum Beispiel Fliegen und Mosquito- Schwaerme, die normalerweise solch Vegetation zur Hoelle machen. Hier gab es kaum welche. Auch keine giftigen Schlangen oder Spinnen. Feindseelige Eingeborene oder Guerilla-Kaempfer koennten im Busch lauern und den Tag unangenehm gestalten. Und ueberhaupt, ich hatte Urlaub, ein Tag im Buero haette die Tour von vornhinein verhindert. Ich Tor, wie hatte ich soviel fluchen koennen?

Ich erreichte eine kleine Lichtung, die den Blick auf den Pazifik freigab. Der restliche Weg war jetzt ueberschaubar, und es sah fast aus, als ob vielleicht sogar das Bike zum Einsatz kommen koennte. Rechts und links war auf jeden Fall mehr Freiraum, der Untergrund trocken und es ging haupsaechlich down-the-hill. Aus der bisherigen Gewohnheit schob ich noch die naechsten Trial-Stellen bergab, bis ich mich auf die Pedale wagte. Mit Kaltstart ging erstmal gar nichts, nur ein verkrampftes, frustrierendes Gehackel. Zusammenreissen und die Sporen geben, verdammt! Mir gelang die erste Stufen-Kombination etwas angestrengt. Aber jetzt war keine Zeit zum Warmfahren, die angestaute Energie musste raus. Ich visierte die naechste Spitzkehre mit Wurzelstufe an, Blick in den Trail, Vorderrad einschlagen, Hinterrad in der Luft, totaler Fokus, kurze Schwerelosigkeit, augenblickliche Euphorie. Das Rad floss mit mir die Wasserlinie hinunter, wie ein Gebirgsbach im Bachbett. Vergangenheit und Zukunft verschmolzen zu einem Moment. Endlich Biken!

Der Weg wurde breiter, sogar handtuchbreit, kinderwagenfreundlich, leicht abschuessig und schnell. Drei, viermal musste noch der kleine Fluss ueberquert werden, mit dem Rad in der Hand, dann endgueltig Bremsen auf und auf dem restlichen Forstweg runter zum Strand. In zehn Minuten machte ich mehr Meter wie zuvor im zwei Stunden. All-inclusive Fahrtwind-Kuehlung. Die strategisch optimal platzierte Strandbar servierte eine kuehle Hopfen-Erfrischung. Glueckliches Grinse-Gesicht. Jene zeitlosen Sekunden in der Schwerelosigkeit haben extrem gerockt, ein perfekter Akkord in einem schrillen Experimental-Jazz-Konzert. Wie lang war ich insgesamt unterwegs, 5 Stunden?

Alles was auf einem Bike-Abenteuer passiert, ist gut. Auch ohne Boot. Aber Fitzcarraldo haette vielleicht lieber ein Rad mitgenommen.

Bis demnaechst,
Axel

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Die Tarantel, Part II

Der Spinnen-Biss, den ich mir auf dem Porcupine-Rim geholt hatte, ist laengst verheilt und hat keine Nachwirkungen hinterlassen. Eigentlich war es eine eher kleine Gegebenheit, die vor allem fuer eine Story gut war, und nachdem aufgeschrieben, aus dem Gedaechtnis verschwunden, nur der Wahnsinns-Ride blieb eingebrannt.

Letzte Woche finde ich nun eine E-mail im Briefkasten, die die Geschichte wieder hochholt. Es schreibt der Cross-Country Kumpel vom Porcupine-Rim. Es sei mit der Familie wieder in Moab gewesen, diesmal mit "richtigen" Bikes. Das Foto im Anhang aber laesst Zweifel am Absender, eine Ritterhorde mit Fullface und Goggles, Baggies statt Lycra. An jenem weizenschwangeren Abend im Slickrock-Cafe hatten er und seine Frau sich schon nach mehr Federweg am Bike erkundigt, was man da empfehlen koennte und so. Mit dem zufriedenen Gefuehl, die Gute Botschaft weiterverbreitet zu haben, schlief ich an jenem Abend ein. Jetzt dieses Foto. Die Botschaft war mehr wie offensichtlich angekommen. Und gleich das ganze Programm, Vollschutz fuer die ganze Familie! Von Motocross-Helmen war nie die Rede gewesen, aber es ist nur konsequent.

Im nachhinein habe ich wohl noch Glueck gehabt. Was fuer ein Biest von Tarantel muss das nur gewesen sein, dass unsere Freunde auf dem Rim gebissen hat?

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Axel Kreuter
Vertrider Team




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